Hauptbereich
Die erste Gemeinderatssitzung im Jahr 2026
Entwurfsplanung des neuen Breitekindergartens wurde genehmigt – Antrag auf Fördermittel aus dem Ausgleichstock kann gestellt werden
Einstimmig billigte der Gemeinderat in der Sitzung am 26. Januar 2026 den Entwurf für den neuen Breitekindergarten, der als Neubau entlang der Hermann-Hesse-Straße/Uhlandstraße errichtet wird. Er stimmte auch zu, dass spätestens bis Ende Januar auf der Grundlage dieser Planung der Antrag auf Finanzmittel aus dem Ausgleichstock gestellt wird. Der Ausgleichstock ist ein Förderprogramm des Landes zur Co-Finanzierung von Projekten für finanzschwache Kommunen. Im Anschluss wird das beauftragte Architekturbüro den Bauantrag ausarbeiten und bis Ende Februar 2026 bei der Baurechtsbehörde einreichen.
Nachdem der Gemeinderat im Mai 2023 den Grundsatzbeschluss für die Errichtung eines neuen Kindergartens südlich des Hauses in der Breite gefasst hat, beschäftigte sich das Gremium mit großer Priorität mit dem umfangreichen Projekt. Nach einer Besichtigungsfahrt im Dezember 2023 entschied sich der Gemeinderat am Ende einer europaweiten Ausschreibung und eines Vergabeverfahrens für die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „ott_architekten BDA, Laichingen“. In mehreren Gemeinderatssitzungen und zahlreichen Besprechungen mit dem Architekturbüro und mit Fachplanern haben sich Gemeinderat und Verwaltung ausführlich mit dem Neubau beschäftigt. Dabei hat man sich auch mit dem Kindergartenteam und dem Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS), welcher für die Betriebserlaubnis verantwortlich ist, abgestimmt. Mit dem aktuellen Beschluss wurde jetzt ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zum Neubau erreicht.
Die geschätzten Baukosten liegen derzeit bei rund 6.850.000 Euro. Zur Gegenfinanzierung rechnet die Verwaltung mit Fördermitteln aus dem Ausgleichstock mit 2 Millionen Euro und Mitteln aus dem Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG), dem sogenannten Sondervermögen des Bundes mit 3 Millionen Euro. Außerdem hat der Gemeinderat entschieden, das Gebäude mit dem Energiestandard E40 „Klimafreundlicher Neubau“ zu errichten. Diese Entscheidung wird mit einem Zuschuss von rund 140.000 Euro honoriert.
In der Gemeinderatssitzung war Architekt Thomas Ott zusammen mit zwei Mitarbeitern anwesend und erläuterte die aktuelle Planung. Die Sitzungsvorlage mit sämtlichen Plänen und der Kostenaufstellung finden Sie hier.
Architekt Ott betonte die enge Zusammenarbeit mit den Fachplanern und erklärte, dass sein Architekturbüro deren Erkenntnisse bündelt. In die aktuelle Planung wurden verschiedene Anregungen des Gemeinderats mit aufgenommen, unter anderem die Verschiebung des zweigeschossigen Gebäudes nach Osten in Richtung Uhlandstraße. So kann der Abstand zu den Wohnungen des Hauses in der Breite vergrößert werden; außerdem wird mehr Freifläche im Außenbereich gewonnen. Die Feuerwehrzufahrt zum Haus in der Breite muss nach Westen verschoben werden. Der Außenbereich ist gegliedert in einen Bereich für Kinder über drei Jahre und Kinder unter drei Jahre. Stellplätze sind genügend vorhanden; sie werden durch Fahrradbügel ergänzt. Mit einem überdachten Eingangsbereich wird eine schöne Situation für das Bringen und Abholen der Kinder geschaffen. Nach Süden wird der Außenbereich durch eine Gerätehütte und eine Anlage zur Unterbringung sämtlicher Abfallbehälter und der Wärmepumpe zur Straße hin abgegrenzt. Aus Brandschutzgründen muss der Bereich für Kinder über drei Jahre im Obergeschoss untergebracht werden; Kinder unter drei Jahre finden ihren Platz im Erdgeschoss. Denn Kleinkinder können im Brandfall aus dem Obergeschoss nur schwer evakuiert werden. Im Obergeschoss gibt es außerdem einen größeren Mitarbeiterbereich, beispielsweise mit PC-Arbeitsplätzen.
Architekt Ott betonte, dass der Entwurf bereits jetzt mit dem KVJS so abgestimmt ist, dass die Betriebserlaubnis erteilt werden kann.
Eine Baugrunduntersuchung hat ergeben, dass unter der Bodenplatte aus Beton eine 70 cm tiefe Schottertragschicht eingebracht werden muss. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit ist eine Versickerung von Oberflächenwasser auf dem Grundstück nicht möglich bzw. wäre sehr teuer. Es wird aber eine Zisterne für die Bewässerung im Außenbereich gebaut.
Das Gebäude wird konventionell mit Kalksandstein errichtet. Der Dachstuhl wird in Holz ausgeführt. Die Fassade wird im Erdgeschoss mit einer robusten Holzkonstruktion versehen, das Obergeschoss und die Ostseite Richtung Uhlandstraße erhalten eine Putzfassade. Damit wurde insgesamt eine wirtschaftliche Materialauswahl getroffen.
In der letzten Sitzung im Dezember 2025 beauftragte der Gemeinderat das Planungsbüro, alternativ zur Bitumenabdeckung des 4 bzw. 8° geneigten Daches eine Abdeckung durch ein Alu-Systemdach zu prüfen. Letzteres führt zwar zu Mehrkosten in Höhe von 50.500 Euro, ist jedoch haltbarer und hervorragend geeignet zur Befestigung der PV-Anlage. Auf eine Dachbegrünung kann voraussichtlich zum größten Teil verzichtet werden. Dies hängt noch von der Beurteilung durch das Baurechtsamt beim Landratsamt Göppingen ab. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Ausführung der Dachabdeckung mit einem Alu-Systemdach. Außerdem stimmte er der energetischen Ausführung des Gebäudes mit E40-Standard zu. Dies bedeutet zwar Mehrkosten mit 40.000 Euro, welche nahezu ausschließlich die Materialkosten betreffen. Andererseits ist der Zuschuss im Vergleich zum E55-Standard so hoch, dass die Mehreinnahmen die Mehrausgaben um rund 36.000 Euro übersteigen. Gleichzeitig erfüllt die Gemeinde ihre Vorbildfunktion zur Errichtung von energiesparenden Gebäuden.
Untersucht wurde auch, ob sich ein Anschluss an das bestehende Nahwärmenetz lohnt. Dies ist aber nach Prüfung der Verwaltung nicht der Fall. Ein Anschluss an das Blockheizkraftwerk im Haus in der Breite wäre deutlich teurer als die gewählte Variante der Luft-Wärmepumpe. Hierzu müsste eine Leitung von mindestens 100 m gebaut werden. Insbesondere unter dem Aspekt, dass der Kindergarten fast ausschließlich tagsüber und nur an Wochentagen beheizt werden muss, ist eine Wärmepumpe zusammen mit der PV-Anlage die beste und wirtschaftlichste Lösung. Vom geplanten Verbrauch würde der Kindergarten rund vier teilsanierten Einfamilienhäusern entsprechen.
In der Sitzung waren auch zwei Vertreterinnen des Breitekindergartens anwesend. Diese hatten sich unter anderem bereits ausführlich mit den Außenanlagen befasst und verschiedene weitere Anregungen gegeben. Entlang des Gebäudes wird eine befestigte Fläche angelegt, an die sich verschiedene Spielgeräte anschließen. Abgerückt vom Gebäude soll ein möglichst naturnaher Bereich aus natürlichen Materialien entstehen. Zudem sollen auch noch brauchbare Ausstattung des bisherigen Kindergartens weiterverwendet werden wie z. B. die Feuerstelle.
Der Gemeinderat beriet ausführlich über das Vorhaben. Eine Frage der Frauenliste betraf die Kosten für die Erneuerung des Gehwegs entlang der Uhlandstraße. Dieser wird durch den Kindergartenneubau erforderlich, muss aber außerhalb des Projekts finanziert werden.
Ein Thema der Freien Wählerliste war die mögliche Preissteigerung. Diese ist nicht gänzlich auszuschließen; man hofft aber, dass die Spitze bereits überschritten ist. Die Kostenberechnung nach DIN 276 ist sehr genau, Ausschreibungen werden bereits noch 2026 vorgenommen. Abschließend erläuterte Bürgermeister Kreuzinger den Inhalt des Ausgleichstockantrags, den die Verwaltung bis Ende Januar digital einreichen muss. Aus Sicht der Verwaltung sind sämtliche Vorgaben erfüllt und der Antrag kann vollständig abgegeben werden. Vor der Bewilligung, die Ende Juli 2026 erfolgt, darf eine Ausschreibung nicht erfolgen; auch die Baugenehmigung muss abgewartet werden. Der Vorsitzende informierte, dass bis Ende Februar der Pflanzenbewuchs auf der künftigen Baufläche entfernt wird. Die Bäume entlang der Uhlandstraße, die durch kleinere Bäume ersetzt werden, sollen erst im Herbst 2026 gefällt werden.
Zuletzt bedankte sich Bürgermeister Kreuzinger bei allen Beteiligten für das konstruktive Miteinander.
Keine zweite TigeR-Gruppe
Aufgrund der aktuell nicht bestehenden Nachfrage hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Einrichtung einer zweiten TigeR-Gruppe - Tagespflege in geeigneten Räumen - nicht weiter zu verfolgen.
Wie Bürgermeister Kreuzinger ausführte, gibt es derzeit eine bestehende TigeR-Gruppe „Starenschar“ in der Mühlstraße 4. Dort stehen bis zu zehn Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. Im Rahmen der Kindergartenbedarfsplanung wurde festgestellt, dass kurzfristig eine weitere U3-Gruppe und mittelfristig bis zu zwei U3-Gruppen zusätzlich in Heiningen benötigt werden. Hieraus entstand zu Beginn des Jahres 2024 die Idee, eine zweite Tiger-Gruppe einzurichten. Hierfür wurden auch geeignete Räumlichkeiten gefunden und vorsorglich zeitweise angemietet. Eine Planung wurde ausgearbeitet.
Nun musste aber festgestellt werden, dass die Nachfrage doch nicht ausreichend für eine weitere Gruppe ist. Eine Abfrage unter allen Eltern mit Kleinkindern unter einem Jahr letztmalig Ende 2025 hat ergeben, dass es nur vier Interessenten gibt. Auch die vorhandene Gruppe ist derzeit nicht komplett voll belegt. In Absprache mit dem Verein für Kindertagespflege e.V. wurde nun festgestellt, dass trotz Werbemaßnahmen, zum Beispiel durch die Veranstaltung eines Tags der offenen Tür, von einer zweiten TigeR-Gruppe abgesehen werden muss. Dies liegt auch daran, da die Betreuungspersonen in einem TigeR selbstständig tätig sind und sich eine derartige Einrichtung nur bei voller Belegung trägt. Der Verein für Tagespflege hat daher abgeraten, die Schaffung einer zweiten Tagespflegeeinrichtung weiterzuverfolgen. Der Gemeinderat folgte dieser Argumentation.
In der Beratung betonte die Frauenliste, dass aufgrund der Kindergartenbedarfsplanung im Jahr 2024 die Gründe für eine zweite TigeR-Gruppe vorhanden waren. Angesichts der aktuellen Nachfrage könne die Einrichtung aber nicht verantwortet werden. Es wurde darum gebeten, dies unter der Bevölkerung zu kommunizieren, dass die Gemeinde bereit war, dem Bedarf nachzukommen.
Auf Nachfrage aus der Freien Wählerliste betonte Bürgermeister Kreuzinger, dass die aktuellen drei Jahrgänge mit jeweils etwa 48 Geburten nahezu gleich groß sind.
Ein Dankeschön für die Mitarbeiter des Bauhofs für den Winterdienst
Bürgermeister Kreuzinger dankte den Mitarbeitern des Bauhofs ausdrücklich für den intensiven Einsatz am Sonntag und Montag, 25. und 26. Januar 2026. Er berichtete von zahlreichen Anrufern bei der Gemeindeverwaltung, die sich über einzelne Umstände beschwert haben; es gab aber auch Dank und Anerkennung aus der Bevölkerung. Mit einem Augenzwinkern erinnerte der Vorsitzende daran, dass heftige Schneefälle in früheren Zeiten normal waren und nun doch eher außergewöhnlich sind, was zu entsprechenden Reaktionen führt.
Ausbau des Glasfasernetzes - Bürgerinformationsveranstaltung am 14. Januar 2026
Bürgermeister Kreuzinger verwies auf die große Resonanz der Veranstaltung in der Voralbhalle. Viele der interessierten Bürgerinnen und Bürger haben bisher noch keinen Vertrag.
Der Baustart, der für den 29. Januar 2026 vorgesehen war, muss nun witterungsbedingt verschoben werden. Zum großen Bedauern der Verwaltung ist die verkehrsrechtliche Anordnung des Landratsamtes noch nicht eingegangen. Bei der Maßnahme handelt es sich um zahlreiche Kleinbaustellen, die alle einzeln genehmigt werden müssen. Der Vorsitzende begrüßte die bisher gute Zusammenarbeit mit der griechischen Baufirma.
Auf der Homepage der Gemeinde wird über die aktuelle Entwicklung informiert. Unter anderem ist die Präsentation der Deutschen Glasfaser eingestellt. Die Homepage wird laufend aktualisiert.
Flüchtlingsunterbringung durch den Landkreis
Wie Bürgermeister Kreuzinger informierte, weist der Landkreis Göppingen derzeit verstärkt den Kommunen Flüchtlinge zu. Bei der Gemeinde Heiningen fehlen aktuell zehn Plätze. Sie möchte jedoch durch eigene Unterbringungsmöglichkeiten weitere Plätze schaffen, auch nachdem der Landkreis angekündigt hat, von den Kommunen Abgaben zu erheben, wenn sie Flüchtlinge nicht aufnehmen können.







